Brief an den Bundespräsidenten (1)

Bundespräsidialamt                                                                                                              Weiden, 18.04.2012

11010 Berlin

 

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

vor einem Monat sind Sie zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden und ich habe mich für Sie aber auch für das Land und damit für mich gefreut. Sie wurden angekündigt als jemand, der es den Politikern nicht einfach machen wird, ihnen auch mal die Leviten liest, falls nötig.

Ich schreibe Ihnen, erstens um Ihnen zur Wahl zu gratulieren, aber auch, um Sie daran zu erinnern, nein Sie darum zu bitten, wirklich damit Ernst zu machen, wenn es darum geht, den richtigen Weg für die Zukunft Deutschlands zu gehen.

Viele Sachen machen mir Sorge, so zum Beispiel, dass immer weniger Menschen zur Wahl gehen, und dass wenn sie zur Wahl gehen, dann aus Protest auch mal eine Partei wählen, wie die Piratenpartei,  die selbst nicht weiß, für was sie steht,  außer wenn es um die Freiheiten im Internet geht. Warum ist das so, wie kann man die Menschen wieder für Politik begeistern? Das sind Fragen, die die Politiker nicht richtig und ehrlich beantworten wollen. Es geht ihnen immer nur um ihren Machterhalt.

Oder nehmen Sie die soziale Schere, die immer weiter auseinander geht, wo einerseits in der Welt der Turbokapitalismus herrscht und wir (die Politiker) den Finanzmärkten ausgeliefert sind und anderseits auch in Deutschland eine soziale Kälte immer mehr zu spüren ist. Man muss kein Linker sein, und dass bin ich auch nicht, um das zu spüren. Auch hier wäre es an der Zeit, den Politikern mal die Leviten zu lesen, damit unsere Errungenschaft, nämlich die soziale Marktwirtschaft nicht ganz stirbt.

Das sind nur zwei Sachen, die ich hier ansprechen will. Es gibt noch mehr Probleme, und immer wieder neue Probleme und man kann sie nicht alle auf einmal lösen. Entscheidend ist aber, dass man die Probleme erkennt und beim Namen nennt. Denn nur dann kann man sie auch lösen. Leider sind die Politiker der etablierten Parteien nur an sich und wie sie an der Macht bleiben können interessiert.  (Ich hab allen Parteien diesbezüglich geschrieben und keine Antwort erhalten)

Ich hoffe, sie sind ein Bundespräsident, der sich wirklich für die Belange der Bürger, die sich machtlos gegenüber der Polit- und Wirtschaftselite fühlen, einsetzt, als ein Anwalt der Bürger sozusagen. Nur sie haben diese Macht des Wortes, das nicht wenig wiegt, und sie haben die einmalige Chance, sich dafür stark zu machen.  Und mit ihrem Einfluss könnte Deutschland ein Vorbild für mehr Menschlichkeit, Freiheit und wirklicher Demokratie in der ganzen Welt sein.

„Scheitern ist nicht so schlimm. Schlimm ist, nichts versucht zu haben“ (Heinz Eggert)

Hochachtungsvoll